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Milchtechnologe / Milchtechnologin

Die Milch macht's, hieß es lange in der Werbung. Und Milchwirtschaft hat Zukunft, denn Milch ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel, bei weitem nicht nur für kleine Kinder. Heutzutage wird sie meist in hochtechnisierten Molkereien verarbeitet und Milchkühe sehen oft niemals etwas anders als ihren Stall. Auch hier gilt: Bio hat Zukunft, denn die Milch schmeckt einfach besser, wenn die Kühe Gras und nicht nur Silage fressen.

 

Milchtechnologen bedienen in erster Linie moderne Produktions- und Abfüllanlagen und überwachen Produktionsprozesse. Sie kontrollieren die Produktion und die besonders wichtige Hygiene. Durch die stark vorangeschrittene Technisierung und Automatisierung ist der körperliche Einsatz zurückgegangen. Fast alles ist mittlerweile von Computern gesteuert. Das eröffnet auch mehr und mehr Frauen gute Arbeitschancen in einem zukunftsweisenden Wirtschaftszweig. Ob Bio oder konventionell, die Arbeitsplatzaussichten sind gut. Es bieten sich vielseitige berufliche Möglichkeiten sowie Fortbildungs- und damit Aufstiegschancen. Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet nur in anerkannten Ausbildungsbetrieben sowie in der Berufsschule in Oranienburg statt. Dort nehmen die Azubis an drei Theorie-Blöcken à vier Wochen pro Lehrjahr teil.

 

Besonders wichtig sind naturwissenschaftliches Interesse und technisches Verständnis, wenn man in diesem Beruf Erfolg haben will. Außerdem gehört ein ausgeprägtes Hygieneverständnis unbedingt dazu, denn kaum irgendwo vermehren sich Keime schneller als in lauwarmer Rohmilch. Und letztlich kann es ganz bestimmt nicht schaden, auch ein gutes Geruchs- und Geschmacksverständnis mitzubringen.Gelernt werden Produktionsverfahren von Trinkmilch über Butter, Joghurt und Käse bis hin zu Sauermilcherzeugnissen. Dabei spielen die Qualitätskontrolle und Laboranalysen eine wichtige Rolle. Auch das Verpacken und Lagern nach modernsten Hygiene- und Haltbarkeitsstandards muss gelernt werden.

 

In Brandenburg gibt es erst wenige Käsereien. Sie sind kleine Handwerksbetriebe und arbeiten meist mit ökologisch oder integriert hergestellter Milch. Daniela Hennig hat nach ihrem Studium der Lebensmitteltechnologie auf dem elterlichen Hof auf der Insel Töplitz im Havelland in einer kleinen Manufaktur mit der Herstellung diverser Käsesorten begonnen. Zum Einsatz kommt nur die Milch der eigenen Kühe, die der Familie auf diese Weise ein gutes Einkommen bescheren. Danielas größtes Problem war und ist aber nicht etwa die Technik der Käseherstellung, sondern das Erlernen der Rezepturen. Käseproduktion hat in Brandenburg so gut wie keine Tradition, deshalb müssen Käser wie sie zunächst auf Wanderschaft gehen und in anderen Regionen oder im Ausland das Käsen lernen.

 

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