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Finanzbeamter / Finanzbeamte

Für die meisten Menschen sind Finanzbeamte Schreibtischtäter, die im stillen Kämmerlein akribisch Zahlen addieren, um anderen Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch die Zeiten ändern sich und dank zahlloser Androhungen und Präzedenzfälle auch das Rechtsverständnis mancher Mitbürger, die Millionen am Staat vorbei in die Karibik verschifft haben. Dem Bild des Finanzbeamten in der Öffentlichkeit haben Verhaftungen und Verurteilungen eher gut getan, denn "die Bösen" sind nun eindeutiger denn je die Steuersünder.

Moderne Finanzbeamte ist bestens mit Software ausgerüstet und Steuerklärungen werden heutzutage mehr und mehr online abgegeben. Das Erbsen-zählen hat längst der Computer übernommen. Wer seine Bestimmung nicht unbedingt an der frischen Luft sieht, ein ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit hat, sich nicht vor Kontakten zu Steuerbürgern scheut und gern längerfristig am gleichen Ort bleiben möchte, hat in der Finanzverwaltung gute Chancen auf einen absolut krisenfesten Job mit geregelten Arbeitszeiten und Gleitzeitregelungen.

Der Weg ins Finanzamt führt über zwei unterschiedliche Ausbildungswege und ist abhängig vom Schulabschluss. Wer nach der 10. Klasse eine Ausbildung beginnen will, kann sich innerhalb von zwei Jahren zum Finanzwirt ausbilden lassen. Dabei dauert die praktische Ausbildung in einem der 14 Brandenburger Finanzämter 16 Monate. Die theoretischen Kurse finden acht Monate lang in der Landesfinanzschule in Königs Wusterhausen statt. Hier sind auch Unterkunfts-und Verpflegungsmöglichkeiten gegeben. Diese Ausbildung führt in den mittleren Dienst.

Diplom Finanzwirt

Wer nach dem Abitur in die Finanzverwaltung möchte, hat die Möglichkeit, ein dreijähriges bezahltes Studium an der Fachhochschule für Finanzen ebenfalls in Königs Wusterhausen zu absolvieren und danach in den gehobenen Dienst einzusteigen.

21 Monate Grund- und Hauptstudium und 15 Monate praktische Ausbildung in einem Finanzamt erwarten den zukünftigen Diplom-Finanzwirt. Die Bezüge liegen von Anfang an höher als bei der zweijährigen Ausbildung und die Karrierechancen sind auch vielversprechender. Nach einigen Jahren im Innendienst besteht die Möglichkeit, als Betriebsprüfer oder Steuerfahnder eingesetzt zu werden.

Egal ob mit oder ohne Diplom, Voraussetzungen sind gute Noten in Deutsch und Mathe, deutsche oder EU-Staatsbürgerschaft, Interesse am Computer zu arbeiten und Kontaktfreude, denn heute versteckt sich niemand mehr hinter seinem Schreibtisch. 

 

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