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Logopäde / Logepädin

Sprache ist ein faszinierendes Kommunikationsmittel, jedoch nur, wenn man Worte und Grammatik nicht nur beherrscht, sondern sie auch richtig aussprechen kann. Fast jeder kennt Menschen, die lispeln oder stottern und deshalb Schwierigkeiten haben, sich so auszudrücken, wie sie es gern tun würden. Genau da setzt die Logopädie an.

Als Logopäde oder "Sprecherzieher" hilfst du Kindern und Erwachsenen, sich besser zu artikulieren und damit mehr Freude am gesellschaftlichen Leben und vielleicht auch im Beruf zu haben. Logopäden sind Sprechtherapeuten, die entweder selbstständig in einer eigenen Praxis oder angestellt in Kitas, Praxen oder Kliniken arbeiten. Die Sitzungen mit den Patienten finden individuell statt, damit bei jedem Menschen auf sein ganz spezielles Problem eingegangen werden kann. Dabei ist es wichtig, dass der Patient lernt, sich zu entspannen, und dass jeglicher Stress abgebaut wird, denn gerade bei Unsicherheiten treten Sprachstörungen wie beispielsweise das Stottern besonders häufig auf.

Als Logopäde musst du also selbst Ruhe und Geborgenheit vermitteln können. Bei Kleinkindern begegnest du in der Logopädie aber nicht nur physischen Störungen, sondern auch Verzögerungen in der Sprachentwicklung, die zu Schwierigkeiten beim Satzbau oder Veränderungen von Lautverbindungen führen können. Damit sie später in der Schule gut mitkommen, müssen diese Defizite frühzeitig behoben werden.

Relativ neu ist die Behandlung von Schulkindern, die nach einer Sprachentwicklungsstörung im Kleinkindalter Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb haben. Unter den erwachsenen Logopädie-Patienten finden sich häufig Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben und in der Folge das Sprechen neu erlernen müssen. Außerdem gibt es neurologisch bedingte Sprachstörungen, beispielsweise nach einem Unfall oder Schock, die in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten therapiert werden müssen. Wichtig ist die regelmäßige Beratung und Information der Angehörigen, um eine möglichst effiziente Veränderung der Kommunikationsfähigkeit des Patienten zu erreichen.

 

Voraussetzung:
 
Fachoberschulreife oder Abitur, gesunde und belastbare Stimme, Musikalität und dialekt neutrale Aussprache sowie sehr gute Orthographiekenntnisse, Volljährigkeit.
 
Dauer: 3 Jahre Vollzeit mit Praktika.
Die Ausbildung findet an privaten Fachschulen statt und kostet Schulgeld, an der Berliner Charité sind das zurzeit 325 Euro, an der IWK in Potsdam, der einzigen Fachschule in Brandenburg, 585 Euro.
 
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